Randnotiz | Politik goes Security
December 8th, 2009 at 18:25Wenn man heute bei heise mitgelesen hat hängt man etweder noch überm Klo oder schon wieder am Kühlschrank um dem Magen ein Refill zu gönnen
Die Bundesregierung will im kommenden Jahr den Kampf gegen infizierte Computer von Heimanwender aufnehmen.
… an sich keine schlechte Idee – aber der Text geht leider weiter.
…..Laut dem Plan sollen die Provider ihre Kunden auf die Bot-Infektion ihres PCs hinweisen – etwa per Post oder Telefon. Angedacht ist auch eine Internetseite, die sich bei jeder Einwahl ins Netz automatisch aufbaut, falls auf dem Rechner Schädlinge lauern. Vor der Umsetzung des Vorhabens soll jedoch noch geklärt werden, mit welchen Sanktionen Kunden rechnen müssen, die eine Zusammenarbeit mit den jeweiligen Internetdienstleistern verweigern. “Wer im Netz ohne Virenschutz unterwegs ist, gefährdet andere Nutzer in etwa so, wie ein Autofahrer, der mit kaputten Bremsen unterwegs ist und so andere fahrlässig gefährdet.”, meinte ein eco-Projektleiter gegenüber dpa.
Verstehe ich es richtig das eine Analyse des Netzwerkverkehrs (weiter oben im Ursprungs-Heise-Artikel) durch den Provider den nicht ahnenden User zukünftig kontrollieren/warnen und im Optimalfall damit sogar noch schützen soll ?
Irgendwie erinnere ich mich an Tests meinerseits bei denen simple Mailviren durch den Scanner bei Anbieter X (der auch als Internet-Provider agiert) gegangen sind – ohne auch nur irgendwie anzuschlagen – und das ist sicherlich nicht der Bereich Rocket-Sciene im Bereich Security. “Die” sollen es also besser machen ?
Und Mutter XY dann ggf sogar mit Konsequenzen rechnen muss wenn sie ggf über Umwege (z.b. Kinder hehe) zur Virenschleuder wird – die Hinweise aber ggf aufgrund Manipulation der bösen bösen dunklen Seite des Webs nichtmal mitbekommt ?
Spinnt man den Gedanken mal weiter landet man ggf doch sehr schnell bei wirren Gedanken wie:
- Oder verbindet Vater Staat das dann indirekt mit dem Bundestrojaner – was die Analyse ggf zumindest umfangreicher und weiterführender machen würde – den Gesamtansatz aber auch nicht besser oder ?
- Und gibt’s diesen dann ggf auch für Mac OS X, Linux, Bilderrahmen W, Handheld X, iPod Y und Konsole Z die inzwischen auch alle online gehn können ? Oder decken wir das doch alles mit reinem Netzwerk-Scan ab ?
- Und hilft uns dieser staatlich geplante Wasserkopf dann wirklich weiter – nachdem X Jahre Marktbeackerung kommerzieller Malware-Scanner-Anbieter doch so erfolgreich waren ?
- Und spätensens seit Zensursula immer wieder gerne dabei: Wer kontrolliert den Kontrolleur ?
Vielleicht sollte man sich auch einfach wieder um sein Kerngeschäft kümmern – Baustellen haben wir doch ausreichend oder ?
Wenn man es nebenbei dann vielleicht irgendwann noch hinbekommt unseren Kindern in der Schule nicht kommerzielle Dreckssoftware a la Word Und Excel (oh ja jeder wird sein restliches Leben damit verbringen Briefe und Tabellen zu verfassen) – gepaart mit Lektion 1 in Turbo Pascal beizubringen – sondern den Umgang mit dem Medium Web, die Themen Datensicherheit, Suchtechniken und ggf sogar Tipps im Bereich Security geben würde …. ich bin mir sicher das Endergebniss wäre mittelfristig besser.
Tags: bsi, bund, deutschland, fail



December 8th, 2009 at 20:15
Ähm… ja…
Kann ich die dann auch haftbar machen, wenn ich mir offline (also per USB-Stick, Diskette, CD, DVD, Zip, BR, Magnetband, Lochkarte etc. pp.) was einfange und Daten verliere? Oder ich andere anstecke und die mich dann belangen wollen? Dann sind die doch quasi Schuld daran *gg* Die, das sind nicht die gelben Engel. Auch wenn sie meinen, sich als Engel ggü. dem User ausgeben zu müssen…
December 8th, 2009 at 20:18
@lasse:
der gedanke kam mir vorhin auch …. aber das kann man sicherlich in etwa so verargumentieren:
December 9th, 2009 at 07:36
Da wird einem wirklich schlecht. Das kann doch gar nicht funktionieren und gut gehen. Den Wasserkopf-Vergleich finde ich in diesem Zusammenhang durchaus angebracht. Und, ja, wir haben wirklich andere Baustellen!! Ich wäre auch dafür, das Problem lieber bei der Wurzel zu packen und in Ausbildung zu investieren. Ordentlich ausgebildete Informatiklehrer in die Schule gesteckt, die dann die kommende Nutzergeneration auf diese Dinge hinweisen.
Ich jedenfalls werde keinem Bundestrojaner die Inspektion meines Mac gestatten – schließlich hab ich das Ding ja wegen der “Virenfreiheit”.
December 9th, 2009 at 08:26
@ruben:
wobei dein OS da letzlich eher zweitrangig ist – und sollte der Bundestrojaner (was ja reine Spekulation meinerseits ist) in welcher Form auch wirklich kommen ist es eher die Frage ob du es realisiert oder eben nicht.
Der Spaß wird sicherlich nicht per Brief / Install-CD und Einverständniserklärung zu dir kommen
So oder so finde ich den kompletten Ansatz – meine Spinnerei mal ignorierend – etwas eigenartig / befremdlich und sehe derzeit auch wenig echten Mehrwert.
Gruss
fidel
December 9th, 2009 at 11:02
Regierung möchte gegen Botnetze vorgehen…
[...] Pläne vor allem in der Blogosphäre nicht sonderlich gut an. Denn um infizierte Privat-Computer ermitteln zu können, ist es erforderlich, die Datenpakete [...]…
December 9th, 2009 at 19:22
Nachtrag: http://www.netzpolitik.org/2009/grosses-it-gipfel-projekt-war-wohl-eine-ente/