mac | Multi-Lingualität
January 17th, 2009 at 13:22Einer der wirklich schönen Aspekte bei Mac OS X ist die Mehrsprachigkeit in meinen Augen.
Wieso ?
Ist-Situation
Wählt man bei der Installation nicht explizit Sprachen ab, erhält man eine Installation mit einer breiten Sprachunterstützung.
Die Grundeinstellungen können jederzeit in den System-einstellungen konfiguriert werden.

In meinem Fall habe ich die Sprachen auf Englisch und Deutsch reduziert, zu diesem Thema komme ich aber noch im Verlauf des Artikels.
Die folgende Liste ermöglicht die Priorität der Sprachen zu definieren. Einfaches Drag & Drop wie so oft in Mac OS X. Für Umsteiger ist dies ja immer wieder etwas ungewohnt.

Über Edit List… können die angezeigten Sprachen konfiguriert werden.

Ansonsten bietet das International PrefPane noch diese Ansichten:

sowie:

Auf einige dieser Funktionen werde ich im Verlauf noch zurückommen.
Struktur der Programme
Nun stellt sich die Frage:
Wie wird dies in den einzelnen Programmen realisiert ?
Mac OS X verzichtet ja bekanntlich auf eine Paketmanagement-Verwaltung (jedes Programm bringt alles mit was es benötigt, was in Dopplungen etc resultiert -> Abhängigkeiten gibt es so eigentlich nicht), eigentlich eine Schande in meinen Augen, was Mac OS X im Ansatz trotz Unix-Wurzeln tendenziell eher mit Windows-Systemen vergleichbar macht wie mit dem eigentlich tatsächlichen Untergrund. Dies dürfte für viele Benutzer kein Argument sein, da es sie schlichtweg nicht interessiert, mich juckt es aber durchaus
Beispiel Safari:
Schaut man sich den Paket-Inhalt von Safari an (im Finder Safari selektieren – rechtsklick)

öffnet sich ein neues Finder-Fenster welches dem Benutzer einen einfachen Einblick in den Internen Aufbau des Programmes bietet. So sind .app’s als im Kern keine einzelne Dateien sondern eben ein Package.

Im Kern ist die Struktur der .apps meist ähnlich / gleich. Im Unterordner Resources finden sich je unterstützter Sprache ein Ordner der für die jeweilige Lokalisierung zuständig ist.
Am Beispiel Safari & Japanisch bietet sich folgendes Bild:

An diesme Punkt will ich nicht tiefer einsteigen, den Hinweis dass diese Dateien mit den Developer Tools jedoch einfach bearbeitbar sind und man sich so relativ simpel eigene Sprachen / Userinterfaces basteln kann will ich aber nicht verheimlichen.
Das Lokalisieren von kleinen kommerziellen Programmen dient findingen Leuten immer wieder dazu Gratis-Lizenzen von ansonsten kommerzieller Software zu erhalten – da die meisten Programmierer eben auch keinen Wortschatz / Sprachumfang wie unser Papst haben und damit gerne eine Lizenz im Tausch gegen eine zusätzliche Lokalisierung rausrücken.
Viel Spass beim basteln an dieser Front
Ok, inzwischen wissen wir also wie man relativ simpel überprüfen kann welche Sprachen ein Programm unterstützt.
Es geht natürlich auch einfacher, hätte ich das aber am Anfang erwählt wäre der Lern-Effekt wohl geringer daher der Weg für faule erst hier.
Ein Rechtsklick auf ein Programm ermöglicht den Zugriff auf den Get Info Dialog. Dieser Dialog enthält auch eine Unterkategorie Sprachen.
Vergleicht man wiederrum Safari welches mit umfangreichem Sprachsupport daherkommt mit meinem Tierprogramm welches aus Faulheit nur in Englsch verfügbar ist sieht man schön den Unterschied.


Soweit alles klar ?
Erweiterte Möglichkeiten I
Im Kern kann der Benutzer also eine Hauptsprache für sein Betriebssystem definieren, aber bestimmte Programme explizit mit anderen Sprachen verwenden, sofern dieses Programm eben wieder mit mehr wie nur einer Sprache lokalisiert wurde. Wie man dies überprüft haben wir im vorherigen Abschnitt gesehen.
Meine Hautsprache in Mac OS X ist englisch.Per Default würde Safari also wie folgt aussehen:
![]()
Will ich nun aber ein bestimmtes Programm in einer anderen Sprachen verwenden (für manche Anwender macht das absolut Sinn) kann man dies wieder realtiv über den Get-Info Dialog realisieren.
Schauen wir uns erneut den Dialog bei Safari an:

Alle Sprachen die Safari unterstützt sind selektiert, damit richtet sich die Default-Sparach an meiner Sprach-Ordnung die ich zuvor in den System-einstellungen definiert habe ab.
Ich will aber als Freak Safari umbedingt in meiner Heimatsprache haben (will ich eigentlich nicht, aber ich brauch ja ein Beispiel)
Also konfigurieren wir das ganze speziell für Safari um in dem ich alles selektierte außer deutsch. Im Kenr würde es reichen englisch auszuklammern, da deutsch ja meine Sprache zweiter Priorität ist.

Und starten wir dann Safari erneut sieht das ganze so aus:
![]()
Was man hier sehr toll sieht ist dass die deutsche Übersetzung der Menüpunkte deutlisch mehr Platz einnimmt ….. Benutzer kleiner Bildschirme dürften hier mit englisch besser bediet sein, wenn man auf sowas Wert legt.
Tolle Sache wie ich finde.
Erweiterte Möglichkeiten II
Wie oben schon angesprochen bietet das International PrefPane noch andere Funktionen für uns an.
Interessant ist in meinen Augen der Menüpunkt Input Menu.

Pflichtmodifikationen in meinen Augen sind die folgenden:
- Show input menu in menu bar -> Resultiert in Landesflagge in der Menubar -> Keyboard Layout
- Character Palette -> dann ebenso über die Flagge selektierbar
- Keyboard Viewer -> dann ebenso über die Flagge selektierbar
Die Einstellungen wurden also so abgeändert:

In der Menubar habe wir nun die erwähnte Flagge mit diesen Optionen:

Der Keyboard Viewer sowie die Character Palette sind top Tools, aber darauf will ich ebenso nicht weiter eingehen. Wer sich dafür interessiert wird die Funktion sehr einfach selbst herausfinden. Es lohnt sich, gerade für Ein- / Umsteiger.
Reduzierung der Sprachen
Wie schon erwähnt existiert die Möglichkeit während der Grundinstallation von Mac OS X Sprachen aus- bzw abzuwählen.
Als ich meine erste Installation in Betireb genommen habe, war mir dies so nicht richtig klar und nach Monaten wurde der freie Platz auf meiner Festplatte immer weniger und es stellte sich die Frage:
Was kann ich wegschmeißen, da ich es sowieso nicht benötigen werde ?
In meinem Fall waren dies diverse Druckertreiber, Audio-Loops die als GarageBand-Material vorinstalliert sind sowie …. eine Unmenge an Sprachen die ich aufgrund meiner Sprachlichen Eingeschränktheit wohl sowieso nie benötigen würde.
Für die Entfernnung von Sprachdateien bietet sich Monolingual an. Die Blog-Suche wird diverse Beiträge zu Monolingual aufzeigen sollte man diesbezüglich Hintergrundinformationen benötigen.
Wie immer wenn ich dieses tolle Programm erwähne sollte erwähnt sein, dass man diese Software erst verwenden sollte, wenn man sich die Dokumentation zu Gemüte geführt hat und auch im Ansatz nachvollziehen kann was man da den überhaupt macht. Desweiteren darf die Sprache Englisch niemals mittels Monolingual entfernt werden, warum das überhaupt möglich ist, frage ich mich immernoch. Vielleicht sollte man den Entwickler fragen was seine Hintergründe für diese Option sind.
Zum Vergleich: Windows
Dies wird der wohl kürzeste absatz in diesem Beitrag, einerseits da ihr bestimmt schon lesefaul werdet, andererseits da windows im Bereich Sprachen halt einfach in einer anderen Liga spielt.
Oder um bildlich mit Quentin(Pulp Fiction) zu sagen:
Ain’t no fuckin’ ballpark neither. Now look, maybe your method of massage differs from mine, but, you know, touchin’ his wife’s feet, and stickin’ your tongue in her Holiest of Holies, ain’t the same fuckin’ ballpark, it ain’t the same league, it ain’t even the same fuckin’ sport. Look, foot massages don’t mean shit.
Windows kommt per se mal einsprachig daher. D.h. kaufe ich eine deutsche Lizenz habe ich ein deutsches Windows. Tastaturlayouts sind konfigurierbar, richtige Sprachwechsel-Optionen die das User-Interface betreffen sind aber erstmal nicht vorhanden. Nach und nach scheint man das Problem auch in Redmond zu realisieren und bietet inzwischen auch Sprach-Packete an die man manuell nachinstallieren kann. Dies ist jedoch nur bei neueren Windows-Versionen möglich und auch da nur in bestimmten Versionen des Betriebssystemes möglich.
Wenn ich das richtig im Kopf habe geht es beispielsweise bei Windows Vista nur mit der Ultimate Version. Korrigiert mich wenn ichhier falsch liege …. gefühlt komme ich inzwischen eher aus dem Mac Lager und verfolge solche Sachen daher nicht miehr im Detail – eine Suche habe ich mir hier auch erspart da ich mir mit der Grundaussage einigermaßen sicher bin
Spielt Mac OS X im Bereich Sprachen also in der UEFA Champions League – spielt man im Windows-Lager eher Basketball in der Bezirksliga … wollte man es extrem formulieren.
Fazit
Mac OS X bietet dem Benutzer eine Vielzahl an Möglichkeiten im Bereich Sprachen – dieser Ansatz hat sicher auch Nachteile für Benutzer die sich nicht damit auseinadersetzten und das Potenzial somit einfach nicht erkennen – im Kern ist es aber schlichtweg vorbildlich.
Fragen über Fragen
War der Beitrag hilfreich oder kanntet ihr diese Funktionen alle schon ?
Nützt ihr die Möglichkeiten selber ? Wenn ja wie und wieso ?
Tags: character palette, input menu, keyboard-viewer, languages, möglichkeiten, monolingual, multilingual, packages, sprachen, umgang

January 17th, 2009 at 15:03
Finde ich gut das man das alles so einfach ändern kann. Klar ist das auch ein wenig arbeit aber es lässt sich wenigstens ändern.
January 17th, 2009 at 15:57
Ich habe mit Monolingual ca 6,5GB gespart…
January 17th, 2009 at 15:58
auf die 5GB+ komme ich auch meist. Geniales Tool wenn man auf die schnelle Platz braucht und es bei der Installation nicht gleich angepaßt hat =)
January 17th, 2009 at 16:09
Ach, was mir noch einfällt:
Wer MS Office 08 verwendet, sollte es bei Monnolingual zu den Ausnahmen hinzufügen.
Office mag es gar nicht wenn man es “beschneidet”. Macht man es trotzdem wird jedes update fehl schlagen und man darf es komplett neu installieren, um alle updates zu nekommen. Ich rede aus Erfahrung… :/
Dies sollte dann etwa so aussehen:
http://www.dominicschwarz.de/forumpics/macfidelity/monolingual_prefs.png
mit “/Library/Receipts” bin ich mir nicht ganz sicher. Aber Office hat da auf jedenfall auch packages drin. Sicher is sicher
Oder, kann mir jemand sagen, was es mit den pkgs in diesem Ordner auf sich hat?!
January 17th, 2009 at 16:19
Also bzgl den .bom’s im Subfolder:
Wenn du bsp ein Apple-eigenes Programm entfernst und auch zukünftig via software updates keine Updates mehr erhalten willst -> da du das Apple Programm ja entfernst hast, musst du den bom mit löschen, sonst ist das Programm für den Updater quasi noch da.
Ich denke die .pkg’s selber sind eher für Entwickler & Tester gedacht, bin mir da im Detail aber auch nicht 100% sicher
müssen aber eine art dummy pakete (auch von der größe her) sein, wirst du beim testweise mounten sehen
Im Gesamten dürften die Inhalte des receipts ornder also das Update-Verhalten regeln bzw involviert sein …. wenn du mehr dazu findest bin ich offen für Quellen.
January 17th, 2009 at 16:24
ah ok. Ich denke das is mir Info genug
danke
January 17th, 2009 at 16:25
hehe, ok freut mich wenn ich helfen konnte =)
January 19th, 2009 at 18:11
[...] eigentlich sehr praktischen Keyboard Viewer habe ich erst neulich in diesem Beitrag [...]
January 30th, 2009 at 18:40
[...] Hintergründe zur Multilingualität unter Mac OS X habe ich hier schon beschrieben Share [...]
July 19th, 2009 at 14:50
[...] Prinzipielles zum Thema Umgang mit Sprachen unter Mac OS X findet ihr im Beitrag Multi-Lingualität. [...]