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mac | Vor- und Nachteile der Mac Menubar

December 7th, 2008 at 3:08

Der Apple-Ansatz bzgl Menüs einzelner Programme unterscheidet sich stark vom Microsoft Ansatz. Beide haben klare Vor- und Nachteile, wobei ich im folgenden den Apple Ansatz mal näher beleuchten will.

Wer sich also mit Design-Vor-und-Nachteilen nicht auseinandersetzen will und/oder verblendeter Apple-Fanboy / Verteidiger ist kann hier getrost aufhören zu lesen …. das folgende wird euch nicht gefallen.

Vorteile

Der klare Vorteil einer zentralen Menubar ist die fixe Anlaufstelle für den Benutzer.

Benötige ich Zugriff auf das Menü von Programm XY muss ich dieses nur aktiv machen / selektieren (z.b. über das Dock oder ATL+TAB) und somit in den Vordergrund bringen -> und voila meine zentrale Menüzeile bietet mir Zugriff auf das entsprechende Menu. Diese hat ihren fixen Ort und ist damit ein immer wieder fixer Anlaufpunkt für mich.

Eine weitere Auswirkung ist natürlich dass das eigentliche Programm-Fenster damit entschlackt werden kann da ich darin kein Menü mehr unterbringen muss. Ob man dies wirklich ausschließlich als Vorteil sieht ist natürlich diskussionswürdig, aber dazu kommen wir nun

Nachteile

Durch die Tatsache dass mein Menü vom eigentlichen Programm ausgegliedert ist ergeben sich längere Mauswege. Die Grundthematik habe ich schon in diesem Post angesprochen.

Für den Normalanwender ist dieser Effekt noch relativ verkraftbar dar die Gesamt-Bildschirmfläche im Regelfall leicht überblickbar ist trotzdem kommt es vor dass ich Programm XY im unteren rechten Bildschirm-Bereich haben kann und um ans entsprechenden Menü zu kommen ich entweder Shortcuts verwenden kann (Meist ist ein komplexes Programmenü nicht komplett mit Shortcuts versehen) oder eben meine Maus auf den Weg schicken.

Sobald das Bildschirm-Setup aber etwas komplexer wird und wir beispielsweise mehrere Bildschirme verwenden verlängenr sich diese Mauswege um ein vielfaches. Dieser Kritikpunkt mag pedantisch wirken, jeder der mal länger mit mehreren großen Bildschirmen gearbeitet hat wird es aber nachvollziehen können.

Wir merken uns also hier – Mac OS X ist nicht gerade ein optimales Multi-Display OS da ich die zentrale Menüleiste weder auf mehr wie einen Bildschirm ausweiten kann noch sontige Optionen habe. Einzig den primären Bildschim kann ich definieren und eben dieser beinhaltet meine Menubar.

Menubarauszug: Linksausgerichteter Teil – zeigt das Menü des Finders:

Menubarauszug: Rechtsausgerichteter Teil – zeigt permanenteMenubar-Apps:

Ein weiteres Design-Problem der zentralen Menüzeile in Mac OS X kommt ab Werke nicht wirklich zum tragen, jedoch werden die meisten Anwender ihn trotzdem kennen:

Das Dilema des linksausgerichteten Menüs die mit den rechtsausgerichteten  Menubar-Programmen kollidieren. Ich habe also im linken Bereich meiner Menüzeile immer Menüelemente des aktiven Programmes und in Ergänzung dazu rechtsausgerichtet einige permanent dargestellten Programm-Symbole. Diese Menubar Programm unterscheiden sich im Regelfall von normalen Mac-Programmen da das Dock-Icon versteckt wird und die Menubar einzige Kontaktmöglichkeit mit diesem Programm darstellt.

Persönlich mag ich diesen Programmansatz und nutze ihn rege womit sich das Design-Problem aber verschärft. Je mehr dieser Menubar Programme ich verwende desto geringer wird theoretisch der Platz in meiner Menüzeile für das jeweilige linksausgerichtete Menü des aktiven Programmes. Je kleiner mein Bildschirm (im Kern die Bildschirmbreite) ist umso kritischer wird die Situation.

Genug Theorie …. Bilder helfen, gerade Apple-Laptop-Benutzer werden das folgende Bild kennen:

Komplette Menubar: Ohne Konflikt

Komplette Menubar: Konflikt

Mein Problem ist wie folgt: Verwende ich aktiv Thunderbird überschneiden sich das relativ umfangreiche linke Programm-Menü mit den rechten permanent angezeigten Menubar-Programmen. In der Folge versucht Mac OS X das Dilema zu lösen und überblendet die äußerten Menubar-Apps mit dem Programm-Menü.

Für mich als User hat dies zur folge dass ich das Symbol meiner Firewall nicht mehr sehe und somit auch keinen direkten Zugriff damit habe. Beide funktionen die mir dieses Menübar-Icon bieten sind nicht verwendbar.

Man könnte argumentieren dass einerseits Thunderbird schuld sei, da es ein aufgeblasenes Menü mit sich bringt oder aber ich als Anwender einfach zuviele Menubar-Programme verwende. Beides ist mir zu einfach vorallem da Thunderbird nicht das einzige Programm ist mit dem sich das Problem reproduzieren läßt =)

Einige dieser Menubar-Programme lassen sich repositionieren, dies habe ich hier beschrieben. Somit kann man bedingt als Anwender das Problem damit eingrenzen dass man sich wichtige Menubar-Icons eher rechts positioniert und somit die wichtigsten Elemente tendenziell nicht überblendet werden. Leider ist dieses umpositionieren nur teilweise möglich und wird wohl mit einer nicht öffentlichen / privaten API realisiert und die meisten Drittanbieter-Entwickler raten einem davon ab sich überhaupt damit auseinadersetzen zu wollen. Wer diesbezüglich mehr weiß kann sich gerne bei mir melden …. würde mich sehr freuen.

Lösungsansätze:

Missfällt einem diese Situation hat man einige wenige Möglichkeiten:

  • Zahl der Menubar-Programme reduzieren (quasi Auslieferzustand von Mac OS X verwenden)
  • Größeren Bildschirm einsetzen (diesen Weg bin ich mit meinem 30″ gegangen)

Alle andere Ansätze wie z.b. das Menü eines Programmes zu modifiizieren kann man weder einem Anwender zumuten noch ist es mittelfristig sinnig da jedes Programm-Update das Dilema wiedererwecken würde.

Fazit:

Nach 3 Jahren tägliche Mac OS X Verwendung ziehe ich den Apple-Ansatz im Kern vor, würde mir aber mehr Flexibilität wünschen. In diesem Feld könnte man z.b. auch von der Windows-Taskleiste lernen die u.a. mehrzeilig konfigurierbar ist. Oder aber das animieren / ein- und ausblenden deaktiver Tray-Elemente was für uns Mac-Anwender dann entsprechend den Menubar-Apps wäre.

Ich denke beide Welten sollten offen mit den Vor- und Nachteilen umgehen und dem User die besten Ansätze bieten.

Fragen:

Wie seht ihr die Situation ?

Kämpft ihr bisweilen mit ähnlichen Problemen oder geht euch das alles am Arsch vorbei ?

Haut in die Tasten und erzählt mir eure Meinung

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6 Responses to “mac | Vor- und Nachteile der Mac Menubar”

  1. core Says:

    Ich hatte bislang keine Probleme. Es war immer alles sichtbar. Allerdings habe ich auch nicht sehr viel in der Menubar.

  2. fidel Says:

    Jo ich denke letzlich hängt alles von Screen-Breite einerseits sowie komplexität des jeweiligen App-Menüs und Anzahl an Menubar-Apps zusammen. 3 kleine Faktoren, wobei die letzten beiden Bilder das dilema recht gut zeigen finde ich.

    Was für Hardware verwendest du ?

  3. Oliver Says:

    Jo, ich kämpfe auch immer mit Platzproblemen und helfe mit “tohide”, gelegt auf einer Tatsenkombination alt-apfel-h und schwups sehe ich die komplette Menueleiste. Die Lösung gefällt mir eigentlich recht gut, wenn ich noch das Icon im Dock wegbekommen würde.

  4. fidel Says:

    @Oliver:
    Mh, also um in der Entwicklungsumgebung das Icon eines Programmes zu verstecken bedarf es eigentlich nur eines Eintrages in der Info.Plist, als Anwender gibt es aber doch noch fast bessere/einfachere Wege Dock-Icons zu verstecken.

    Wenn ich dich richtig verstehe sollte Dock Dodger bzw Dockless eine Lösung für dich sein, ohne jetzt tohide selber zu kennen. Damit kannst du jegliches Programm aus dem Dock ausblenden.

    Hoffe ich hab dich nicht falsch verstanden.

  5. foxx Says:

    Du sprichst mir aus der Seele! Ich bin nun seit ca. einem Monat Mac User und nutze im Moment eine 2 Monitor Konfiguration. Es ist wirklich unpraktisch mit der Maus den Bildschirm zu wechseln nur um auf das Menü zuzugreifen… Zum Glück geht das meiste ja auch ohne das Menü aber schön wärs wenn jeder Monitor ein Menü haben könnte und man (ohne Zusatzsoftware) mehrere Docks haben könnte.

  6. fidel Says:

    @foxx:
    hehe – noch ein leidensgenosse =)

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